Reinhold Pfülb: Heilquellenbeauftragter bei der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH
„Heilquellenbeauftragter“ hört sich als Berufsbezeichnung gut an. Reinhold Pfülb hat diesen Job bei der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH inne. Der gelernte Schlossermeister, stellvertretender Leiter des Gebäudemanagement, kümmert sich um die sieben Bad Kissinger Heilquellen.

Reinhold Pfülb - Kontrolle beim Zulauf der HeilquellenDer Herr über die sieben Heilquellen der Stadt

„Heilquellenbeauftragter“ hört sich als Berufsbezeichnung gut an. Reinhold Pfülb hat diesen Job bei der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH inne. Der gelernte Schlossermeister, stellvertretender Leiter des Gebäudemanagement, kümmert sich um die sieben Bad Kissinger Heilquellen.

Schöne Namen haben die auch. Auf Schönborn-Sprudel, Runder Brunnen, Rakoczy-Brunnen, Pandur-Brunnen. Max-Brunnen sowie die beiden Luitpold-Sprudel alt und neu hat Pfülb immer ein Auge zu werfen. Das Überwachen schließt dabei die maximal zugelassene Entnahme von sechs (Max-Brunnen) bis 360 (Runder Brunnen) Liter pro Minute ein. Je nachdem eben, wofür das Heilwasser benötigt wird. Max, Rakoczy und Pandur, allesamt im Stadtgebiet gelegen, werden genauso wie das Wasser des alten Luitpold-Sprudels für Trinkkuren angewendet, Luitpold neu, Schönborn-Sprudel und der Runde Brunnen fördern Heilwasser für Badekuren, für die KissSalis Therme oder für den Gradierbau. Leitungen von den Entnahmestellen in Hausen, Großenbrach und Kleinbrach bringen es an die Zielorte und in die einzelnen Kurhäuser.

Kostprobe der HeilquellenFür den reibungslosen Ablauf garantiert eben der Heilquellenbeauftragte. „Wenn zu wenig Wasser kommt oder irgend etwas nicht stimmt“, dann, so Pfülb, dann erreicht ihn ein Anruf. Im Winter setzt der Frost oftmals den Rohren zu, manchmal bricht eine Leitung. Dann müssen er und seine Männer ran, hinausfahren, reparieren, austauschen.

Meist ist es aber nur eine notwendige Wartung der verschiedenen Sonden, die drei dafür zuständige Leute maximal bis zu zwei Stunden am Tag beschäftigt. Diese Sonden messen die Temperatur oder die Leitfähigkeit des Heilwassers, müssen dann immer mal wieder neu geeicht werden. Nachkalibrieren heißt diese Tätigkeit in der Fachsprache

Meist sind es nur ein paar Treppenstufen nach unten, wo ein enger, zumeist mit tief hängenden Decken eher kleine Menschen bevorteilender Raum das Arbeitszimmer Pfülbs darstellt. Der Fachmann überschaut die diversen Messgeräte und Apparaturen natürlich problemlos. Ein Blick genügt zur Überzeugung vom ordnungsgemäßen Zustand.

Pfülbs Aufgabenbereich auf einen BlickAber nur der Max-Brunnen als DIE Bad Kissinger Heilquelle mit der Schleim lösenden Wirkung für verstopfte Atemwege, der Rakoczy- und der Pandur-Brunnen mit dem Wasser für die Linderung von Magen- und Darmerkrankungen sowie von Verdauungsstörungen halten Reinhold Pfülb auf Trapp. Weil ihre Quellen im Innenstadtbereich liegen. Die anderen vier Brunnen und Sprudel müssen mit dem Wagen angesteuert werden.

Pfülb ist auch im Regentenbau anderweitig aktiv. Denn die Heinzelmännchen sind es nicht, die in Bad Kissingen immer wieder für die Ordnung an den einzelnen Veranstaltungsorten sorgen. Für die Voraussetzungen eines reibungslosen Ablaufs bei Konzerten, Kongressen und anderen Events in der Wandelhalle, im Regenten- und im Arkadenbau kümmern sich Hubert Kirchner und sein Team. Bis zu 40 Personen sind mit und um den Leiter des Gebäudemanagements für die Bayerische Staatsbad Bad Kissingen GmbH rund um die Uhr im Einsatz. Und das eher im Verborgenen genau dann, wenn es die Besucher kaum mitbekommen.

Stühlerücken im Rossini-Saal. Atmosphäre strahlt dieser Raum im Arkadenbau auch dann aus, wenn er gänzlich leer steht. Doch wenn sich Tagungen oder Workshops ankündigen, Kammerkonzerte anstehen, dann müssen die fleißigen Helfer anpacken, die jeweils notwendige Tischordnung aufbauen, notfalls eben nur Stühle aufstellen. Zeitgleich sitzt Kirchners Stellvertreter Pfülb in seinem Büro und kontrolliert über Computerbildschirm den Veranstaltungsplan der nächsten Tage. Zur kalten Jahreszeit müssen die Säle rechtzeitig passend geheizt werden, muss die entsprechend erforderliche Technik aufgebaut werden, der Raum wie notwendig eingerichtet, Mikrofone, eventuell ein Beamer aufgebaut werden.

Stühlerücken im Regentenbau„80 Prozent unserer Arbeit passiert im Hintergrund“, weiß Kirchner, ein Großteil sogar im Keller oder auf dem Dach. Unten in den Katakomben, abseits eines prächtigen Raumes wie dem Grünen Saal, da steht beispielsweise Gerold Back und kümmert sich um Reparaturmaßnahmen an einem der vielen Stühle. Ohne einen Blick auf den Schmuckhof werfen zu können.

Auch unter dem Gebälk des Baus, hoch über dem herrlichen Kurpark, da bleibt für die Arbeiter kaum Zeit für einen Blick nach draußen. Seit der Generalsanierung des 1913 fertig errichteten Gebäudes hat der Regentenbau nun zumindest einen Fahrstuhl. Der Aufzug führt bis nach ganz oben unter das Dach, wo in Sachen Statik nahezu alles neu gemacht werden musste. Alleine schon deshalb, um die Sicherheit bei der an den Decken hängenden Beleuchtungen zu garantieren. Das blaue Stahlgerüst in der obersten Etage hinterlässt dann auch dementsprechend den Eindruck einer zuverlässigen Konstruktion.

„Völlig unvorherprogrammierbar“ sei ihre Arbeit oft, sagt Hubert Kirchner. Der gelernte Elektromeister ist als Verantwortlicher für das Gebäudemanagement so etwas wie ein moderner „Hausmeister“ einer gewaltigen Anlage. Vom unplanbaren Rohrbruch über das über Nacht ansteigende Hochwasser bis hin zu kurzfristig verlegten Veranstaltungen müssen der Gebäudemanager und sein Team spontan nach Lösungen suchen. Von 7.30 bis 16.30 Uhr geht ihre Regelarbeitszeit, ist das Büro von allesamt handwerklich begabten Mitarbeitern besetzt. Die Veranstaltungstechniker dürfen vor allem am Wochenende Einsatz zeigen.

Instandhaltungsmaßnahmen innen wie außen, an Wänden, Holz, Metall oder den Parkettböden - das sind die Hauptaufgaben von Kirchner und Kollegen. „Unheimlich weite Wege“ müsse man dabei oft zurücklegen, berichtet Reinhold Pfülb. Um die 400 Meter sind es von der Wandelhalle bis zum Grünen Saal. Mal hier, mal da ruft ein Einsatz. Unkundige könnten sich im Gewirr der Gänge zwischen den historischen Räumen sicherlich leicht verlaufen.

Ein wenig hat sich das Berufsbild trotzdem gewandelt. Die Elektronik ersetzte längst die Mechanik. Mittlerweile ist das Gebäude auf dem allerneusten Stand der Saaltechnik. Belüftung oder Beschallung werden längst über Computer gesteuert.

Reinhold Pfülb bei der Arbeit im RegentenbauUnd auch in Sachen Sicherheit müssen sich die Mitarbeiter der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH und natürlich genauso die Besucher der Veranstaltungen im Regentenbau längst keine Gedanken mehr machen. Durch die Generalsanierung ist das Gebäude in seiner Substanz quasi neu errichtet. Im Zuge dieser Maßnahmen erfuhren die Bad Kissinger „Heinzelmännchen“, wie der Zahn der Zeit am historischen Ambiente nagte. Beim Eingangsbereich des heutigen Max-Littmann-Saals hing die Decke nur noch an einzelnen Eisenstäben, kam bei den Bauarbeiten bereits beim ersten Kontakt mit dem Bagger komplett nach unten.

Seitdem aber hat sich im Gebäude diesbezüglich alles zum Positiven gewandelt. Und damit es so erlebenswert bleibt, werden Hubert Kirchner und sein Team auch künftig im Hintergrund die Fäden ziehen.
 


 
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