Am Morgen des 10. Juli 1866 rückten die Preußen von Garitz kommend auf Kissingen vor und besetzten das rechte Saaleufer, worauf sich ein Gewehr- und Geschützfeuer von Flussseite zu Flussseite entwickelte. Einem Teil der preußischen Truppen gelang es indessen, von den Bayern weitgehend unbemerkt, über die Reste des Stegs bei der Lindesmühle (den heutigen Preußensteg), den Fluss zu überqueren und von Süden her gegen die Stadt vorzustoßen. Darauf entspann sich zwischen Angreifern und Verteidigern ein langwieriger und erbitterter Kampf von Haus zu Haus, bei dem die Bayern von den Preußen erst von der Kurhausstraße nach Norden in den Kurgarten, dann, nachdem die Ludwigsbrücke aufgegeben werden musste, durch die Stadt über die Ludwigstraße nach Osten abgedrängt wurden. Erbitterten Widerstand leisteten die Bayern vom Friedhof an der Kapellenstraße aus, in dem sie sich verschanzt hatten. Nach dessen Erstürmung ging der Kampf auf den Abhängen östlich der Stadt weiter. Gegen Abend wurden die Bayern dann von den siegreichen Preußen in Richtung Nüdlingen versprengt.
Nach der Schlacht wurden die toten Soldaten zum Teil dort begraben, wo sie gefallen waren. Daraus erklärt sich, dass um Kissingen herum sich heute noch Kriegsgräber finden, die mit einem unauffälligen Stein oder einem Eisenkreuz gekennzeichnet sind. Deutlicher hervorgehoben wurden in der Regel nur die Gräber höherer Offiziere und die Massenbestattungen. Am bekanntesten ist das sog. Grab des Toten Preußen an der Lindesmühlpromenade, das die Funktion eines Grabs des Unbekannten Soldaten übernommen hat. Ein Gedenkstein befindet sich am Altenberg hinter dem Café Bellevue, der ebenfalls nicht mehr die ursprüngliche Bestattung bezeichnet. Am Sinnberg sind mehrere Gräber am Weg östlich des Cafés Sinnberg zu finden. Auch am Stationsberg sind mehrere Grabstellen markiert; unter ihnen ist der Gedenkstein für den in München bestatteten Major von Ysenburg an der Treppe, die Teil des Kreuzwegs ist, nicht zu verfehlen. In einer eingefriedeten Anlage an der Unteren Saline sind mehrere Grabmäler und Gedenksteine zu einem kleinen Gefallenenhain vereinigt.