| Dienstag, den 07.02.2012 | ||
| 07.02.2012 - Ausstellung | ||
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| Mittwoch, den 08.02.2012 | ||
| 08.02.2012 - Ausstellung | ||
Leopold Müller wurde am 25. Februar 1889 in Wertheim am Main geboren. Als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg wurde er verwundet und behielt einen steifen Arm zurück. Müller erlernte den Beruf des Kaufmanns und lebte in Frankfurt am Main. Dort heiratete er am 4. November 1926 die Kissingerin Irene Hofmann und zog mit ihr in deren Heimatstadt.
Gemeinsam betrieben sie das elterliche Textilgeschäft in der Unteren Marktstrasse 12. Seit der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 hatten sie wie die anderen jüdischen Geschäftsleute in Bad Kissingen unter antisemitischen Aktionen zu leiden. Im Zuge der Ausschreitungen in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde Leopold Müller zusammen mit 27 weiteren Kissinger Juden in „Schutzhaft“ genommen und ins Amtsgerichtgefängnis gebracht. Wegen seiner Kriegsbeschädigung entging er damals der Deportation ins Konzentrationslager Dachau und wurde am 18. November wieder aus der Haft entlassen.

Infolge der eskalierenden Ereignisse sah sich das Ehepaar gezwungen, ihr Textilgeschäft an einen „arischen“ Geschäftsmann zu verkaufen. Aus Rücksicht auf seine betagte Schwiegermutter entschlossen sich Leopold Müller und seine Ehefrau gegen die Emigration. Nach dem Tod der Schwiegermutter im August 1941 war es dann aber zu spät. Am 24. April 1942 wurde Leopold Müller mit seiner Frau Irene und 21 weiteren jüdischen Kissinger Bürgern nach Würzburg gebracht und einen Tag später ins Ghetto Izbica bei Lublin deportiert. Sein Leben endete in Krasnystaw (Ghetto Krasniczyn).
Text: Barbara Thiele