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Burg Botenlauben

Die Ruine der Burg Botenlauben ist wohl das älteste Wahrzeichen der Kurstadt Kissingen. Lange bevor Kaiser und Könige in der Stadt am Fuße der Burg Genesung und Gesellschaft suchten, trafen sich in der Burg Ottos von Botenlauben Minnesänger wie Wolfram von Eschenbach, Walter von der Vogelweide und Reinmar von Zweter.

63_bild42174x120.jpgWenn der Wind um die Burgruine pfeift, die Nacht mondlos und finster ist, dann ist manchmal das rhythmische Klopfen zu hören vom ruhelosen Geist des ruchlosen Koches, der im Bauernkrieg 1525 die Burg und ihre Insassen verraten hatte. Die trutzige Burg widerstand allen Angriffen der Bauernhaufen, bis der Burgkoch nach einem Zeichen, dem Klopfen auf dem Küchenbrett, eine kleine Tür öffnete. Die Burg wurde erstürmt, ausgeplündert und angezündet.

Mauern, Tore und Türme wurden dem Verfall preisgegeben, und die Bürger holten vom Berg die Steine und bauten damit im Tal Häuser. Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn verbot dies zwar 1654, aber ohne Erfolg. Erst Ludwig I. gelang es 1827, die Steindiebe in Schach zu halten.

Die Bürger erkannten 1881, daß der "Trümmerhaufen der schönste Punkt oberhalb Kissingens ist". Sie sicherten die Mauerreste und machten die Ruine begehbar. Seitdem ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel, in dem jährlich am 3. Wochenende im September die Botenlauben-Festspiele mit Minnesang und Schwerterklang stattfinden.

64_bild43174x120.jpgWeder Bauherr noch Baujahr der Burg sind bekannt. Erstmals wurde 1004 ein Graf Bodo als Burgherr erwähnt. Von ihm hat die Burg auch den Namen. Die Nachsilbe "lauben" hieß leben. Ihre Glanzzeit hatte die Burg unter Otto von der Botenlaube aus dem Geschlecht der Henneberger. Der Ritter und Minnesänger lebte ab 1220 mit seiner Gemahlin Beatrix von Courtenay, die er während eines Kreuzzuges in Jerusalem kennengelernt hatte, ständig auf der Burg. Er wurde, wohl unter dem Ein-fluß seiner Frau, tief religiös. "Um sich ganz aus dem gefährlichen Treiben der Welt zurückzuziehen und dem besseren Jenseits zuwenden zu können", verkaufte er 1234 Burg und einige Güter ans Hochstift Würzburg. Mit dem Geld wurde im nahen Frauenroth ein Kloster gegründet.

Einer Sage zufolge verlief die Geschichte folgendermaßen: Der Wind entriss Gräfin Beatrix auf den Zinnen Burg Botenlaubens einen Schleier. Falls sie den Schleier je wiederfinden sollte, so beschloss sie, werde sie an dem Ort ein Kloster gründen. Der Schleier wurde weit über Kissingen hinweg in die Vorrhön getragen, im Dörfchen Frauenroth landete er. Dort gründeten Otto und Beatrix ein Kloster, in dessen Kirche die Grabstätte des Minnesängers und seiner Frau zu finden ist. Die einstigen Klostermauern sind im Pflaster rund um die Kirche zu sehen. Geführte Radwanderungen bringen den Gästen das Leben und Wirken des Minnesängers und seiner Frau näher.

Mehr Information auf der Internetseite: http://www.minnesangundschwerterklang.de/


 
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