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Bismarckturm

Der bedeutendste Gast für die Kurstadt Kissingen war Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck. Er war es, der durch seine 15 Kur-Aufenthalte zwischen 1874 und 1893, während der er die Weltpolitik nicht ruhen ließ, die Kurstadt an der Fränkischen Saale nachhaltig weltweit bekannt machte.

Die Ursprünge des Bismarckturmes gehen auf das Jahr 1905 zurück, in dem von fünf Kissinger Bürgern ein Bismarckturm-Verein gegründet wurde. Vereinszweck war der Bau eines Turmes „um das Andenken an den großen Kanzler für ewige Zeiten hier festzuhalteBismarckturmn durch ein äußeres Zeichen.“ Schließlich war Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck der bedeutendste Gast der Kurstadt. Während seiner 15 Kuraufenthalte zwischen 1874 und 1893 ließ er die Weltpolitik nicht ruhen und rückte Bad Kissingen auf diese Weise ins Licht der Öffentlichkeit. Ein weniger erfreuliches Ereignis, das Bismarck mit der fränkischen Saalestadt verbindet, ist das Attentat, das während eines Kuraufenhaltes auf ihn ausgeübt wurde. Das "Kissinger Diktat" von 1877 über die Maxime der Deutschen Außenpolitik ist nur eine von vielen Hinterlassenschaften des Reichskanzlers. Um dessen Leistungen zu würdigen, gründeten die Verehrer des Fürsten den Bismarck-Turmvereins. Die Pläne für den Bau stammten von dem Düsseldorfer Architekten Wilhelm Kreis, der bereits mehr als 50 Bismarcktürme entworfen hatte. Die Kosten wurden auf 50.000 Mark geschätzt.

Um den Bau zu finanzieren, wurde fleißig Geld gesammelt, unter anderem durch ein Sommerfest im Luitpoldpark 1913. Dann brach der erste Weltkrieg aus und setzte den Bemühungen des Vereins ein schnelles Ende. Durch einen Zuschuss der Stadt gelang es allerdings noch die Plattform und den Sockel des Turmes rechtzeitig zum 100jährigen Geburtstag Bismarcks am 1. April 1915 fertig zu stellen. Die Grundsteinlegung erfBismarckturmolgte an seinem Todestag, dem 30. Juli 1915. Danach erstarben die Baumaßnahmen. Erst im Laufe des Jahres 1926 konnten die sie fortgesetzt und so gefördert werden, dass der Rohbau 1928 beendet werden konnte. Zwischenzeitlich hatte ein 14-jähriger für Schlagzeilen gesorgt: er hatte sich ein Vorbild am Bad Kissinger Fallschirmspringer Ernst Streit genommen, war auf den Turm geklettert und sich mit einem Marktschirm in die Tiefe gestürzt. Er kam glücklicherweise mit ein paar Prellungen davon. Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde der Turm schließlich mit einer Holztreppe versehen und ein Austritt auf die Plattform gebaut. So diente der Turm als Beobachtungspunkt für die Luftwaffe. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde der Bismarckturm wieder geschlossen und die Türe zugemauert. Erst 1985 erging der Stadtratsbeschluss, den Innenausbau vorzunehmen, um den Aussichtsturm für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Am 21. Juni 1986 fand schließlich die feierliche Einweihung durch Oberbürgermeister Georg Straus statt. Die Kosten beliefen sich auf 220.000 DM.

Geöffnet ist der Bismarck-Turm, von dem man einen sehr schönen Blick auf die Stadt hat, von April bis Oktober täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr. Oberhalb des Turmes finden sie den Naturgarten des Bund Naturschutz sowie das Café Sinnberg.  

Der Bismarckturm ist am Sonntag, den 19. Oktober 2014 letztmalig für die Öffentlichkeit zugänglich.

Mehr Informationen zu Bismarcktürmen in Deutschland und weltweit gibt es auf http://www.bismarcktuerme.de/.


 
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