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Der Gradierbau - die heilende Luft der Sole

Kein Besucher Bad Kissingens kommt an diesem imposanten Bauwerk vorbei. Im Volksmund heißt er "Saline" und jeder denkt dabei an prickelnd-frische Luft und den leichten Salzgeschmack auf den Lippen.

Gradierbau

Als eine Einrichtung von Bad Kissingen ist der Gradierbau ursprünglich ein Teil der Salzgewinnungsanlagen (Salinen) gewesen. Bad Kissingens Gradierbauten hatten damals eine Gesamtlänge von 2,2 km und reichten bis ins benachbarte Hausen. Sie sollten damals zur Anreicherung der Sole dienen. Als Teil der Salzproduktionsstätten übernahmen sie die Aufgabe der Salzwiesen, die es im Mittelmeerraum gibt. Auf diesen Flächen verdunstet das Meerwasser, bis die Salzkonzentration so groß ist, dass die Zeit für die Salzsiedung auf ein Minimum reduziert wird.

In Bad Kissingen, wo es zwar Quellsole, aber nicht genügend Verdunstungsflächen gibt, wurde diese Erfindung aus der Lombardei (Italien) errichtet. GradierbauDie Natursole, meist nur mit einem Salzgehalt von 8 – 10 %, wurde durch die Verdunstung des Wassers auf 25% erhöht, da der Salzgehalt in Grad angegeben wurde, erhöhte man den Salzgrad der Sole und daher stammt auch die Bezeichnung Gradierbau.

Nach und nach verlor jedoch der Gradierbau seine wirtschaftliche Bedeutung. 1945 wurde schließlich die Salzgewinnung eingestellt. Als therapeutisches Element gewann der Gradierbau dagegen immer mehr an Belang und wird heute als Freiluft-Inhalation zur Soletherapie genutzt. Die herabrieselnde Sole sorgte und sorgt für ein angenehmes Mikroklima entlang des Bauwerkes und entlang der Saalepromenade. Ein Wandelgang mit Sitzgelegenheiten führt um den Gradierbau und ermöglicht das direkte und bewusste Einatmen der reinen, salzhaltigen und gesunden Luft.

Der Gradierbau ist täglich von Mai bis Oktober in Betrieb.


 
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