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EMMA KISSINGER (1875 - 1942?), Hausfrau, Hemmerichstraße 8

Emma Kissinger stammte aus einer eingesessenen jüdischen Familie Bad Kissingens. Sie wurde am 12. Juni 1875 als ältestes Kind des Kaufmanns Karl Koppel Kissinger und seiner Ehefrau Jeanette, geborene May aus Waldorf bei Meiningen, in Bad Kissingen geboren. Die ersten Lebensjahre verbrachte sie in der Kirchgasse 11, 1883 zog die Familie in ihr Haus in der heutigen Hemmerichstraße 8. Dort wuchs sie zusammen mit ihren jüngeren Geschwistern Siegfried, Else und Carola auf.
 

Über ihr Leben in Bad Kissingen ist wenig bekannt. Sie vermietete Zimmer an Kurgäste in ihrem Elternhaus, das sie und ihre Geschwister nach dem Tod der Eltern geerbt hatten. Seit den 1920er Jahren lebte Emma allein im Elternhaus, nachdem ihre Geschwister inzwischen aus Bad Kissingen weggezogen waren. Emma und ihre Geschwister wollten das Haus schon zu diesem Zeitpunkt verkaufen, allerdings fand sich bis Anfang 1938 kein Käufer.

Nach dem Verkauf - zu durchaus regulären Bedingungen abgewickelt - konnte die ledige, inzwischen 62-jährige Emma im April des Jahres endlich zu ihrem ebenfalls unverheirateten Bruder Siegfried nach Nürnberg ziehen. Dies hatte sie schon Jahre vorher geplant.

Nach einem Umzug am 1. August 1938 innerhalb Nürnbergs lebte sie ab Ende November 1938 gemeinsam mit ihrem Bruder Siegfried und der zwischenzeitlich verwitweten Schwester Else in der Blumenstraße 11. Else lebte bereits seit ihrer Heirat 1918 in Nürnberg.

Am 10. September 1942 wurden Emma Kissinger und ihr Bruder Siegfried mit dem Transport 11/25 nach Theresienstadt deportiert. Wenige Tage später, am 29. September, wurden beide mit 2.000 anderen Juden in das Vernichtungslager Treblinka gebracht und dort ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.


Stolperstein-Paten: Andreas und Silvia Kukuk
Text: Marlies Walter

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