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JULIUS "JULLER" NEUMANN (1894 - 1942), Textilkaufmann, Ludwigstraße 9

Julius Neumann, sein geläufiger Spitzname war „Juller“, wurde am 1. August 1894 in Bad Kissingen als Sohn des angesehenen Modehändlers Karl Neumann (1860-1942) und der Klara Löwenthal (1869-1915) geboren. Später übernahm er das Modehaus seines Vaters.
 

Als Jude erlebte er unter den Nazis vielfältige Anfeindungen. Sofort nach deren Machtergreifung wurden ihm „kommunistische Umtriebe“ unterstellt. Im März 1933 wurde er in „Schutzhaft“ genommen. Trotz seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg und seiner offen bekundeten Sympathie für die liberale „Deutsche Demokratische Partei“ (DDP) sah er sich immer dem Vorwurf der Linksradikalität ausgesetzt.

Neumann hoffte wohl noch auf die Möglichkeit zur Ausreise nach Amerika. Doch mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde dies unmöglich. Am 1. Februar 1940 mussten die Neumanns ihr Haus Ludwigstraße 9 verlassen und in die Maxstrasse 23a ins Haus der Familie von Hermann Holländer umziehen, der schon im Jahr 1938 an den Misshandlungen in der Gestapo-Haft umgekommen war. Die vor wenigen Jahren noch hoch angesehenen Modehändler wurden nun zu einfachen Arbeiten wie Straßenkehren oder Kanalreinigung gezwungen. Julius Neumann wurde in den damaligen Meldeakten entsprechend auch als Hilfsarbeiter bezeichnet.

Am 24. April 1942 wurde Julius Neumann mit anderen jüdischen Bürgern Bad Kissingens nach Würzburg und einen Tag später im dritten Deportationszug der Würzburger Gestapo ins Ghetto Izbica bei Lublin deportiert. Als einzigen Hinweis auf seinen Tod gibt es einen Vermerk in den Bad Kissinger Einwohnermeldeakten: Am 30. Juni 1942 wird beim Amtsgericht Bad Kissingen sein Ableben vermerkt.


Stolperstein-Paten: Renate und Thomas Künzl
Text: Thomas Künzl

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