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SELMA WOLFF (1877 - 1942), geb. Kissinger, Hausfrau, Marktplatz 17

Wie keine andere jüdische Familie aus Bad Kissingen ist die Familie Kissinger schon durch ihren Namen mit der Kurstadt verbunden. Ihr Ahnherr Meyer ben Loeb ist wohl gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Kissingen gekommen, um hier eine Familie zu gründen. Den Familiennamen Kissinger dürfte er 1817 angenommen haben, nachdem er Kissingen verlassen und sich in Rödelsee niedergelassen hatte. Sein in Kissingen geborener Sohn Loeb Kissinger kehrte schließlich in seine Geburtsstadt zurück und begründete hier den Kissinger Zweig der Familie Kissinger.
 

Seine Enkelin Selma Wolff kam am 29. Mai 1877 in Bad Kissingen als zweites Kind von Max Kissinger und seiner ersten Ehefrau Dina, geborene Frank, zur Welt. Ihr Vater besaß ein florierendes Herrenkonfektionsgeschäft mit Maßschneiderei am Marktplatz. In diesem Haus wuchs Selma zusammen mit ihren drei Geschwistern und den beiden Halbbrüdern aus der zweiten Ehe ihres Vaters auf.

Im Mai 1904 heiratete sie in Bad Kissingen den aus Bad Kreuznach stammenden Emil Wolff, der mit Alteisen und Lumpen handelte. Aus dieser Ehe gingen die 1906 geborene Tochter Ellen Maria und die 1912 geborene Lore hervor, die beide in Bad Kreuznach zur Welt kamen. Beide Töchter konnten rechtzeitig aus Deutschland fliehen. Selma Wolff zeichnete sich nach Angaben ihrer Familie durch großes ehrenamtliches Engagement aus.

Selma und Emil Wolff lebten vor ihrer Deportation in Köln, von wo aus beide am 30. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt in Łódź deportiert wurden. Im Mai 1942 wurden Selma Wolff und ihr Mann von dort ins Vernichtungslager Kulmhof in der polnischen Stadt Chełmno verschleppt und dort ermordet.


Stolperstein-Pate: Joachim Kohn

Text: Marlies Walter

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