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Botenlauben
Der ruhelose Geist eines Verräters

Wenn der Wind um die Burgruine Botenlaube pfeift, die Nacht mondlos und finster ist, dann ist es manchmal zu hören, das rhythmische Klopfen. Es kommt vom ruhelosen Geist eines ruchlosen Koches, der im Bauernkrieg 1525 die Burg und ihre Insassen verraten hatte.

Die trutzige Burg widerstand zwar allen Angriffen der Bauernhaufen, aber nicht dem Verrat. Nach einem Zeichen, dem Klopfen auf einem Küchenbrett, öffnete der Burgkoch eine kleine Tür. Die Burg wurde erstürmt, ausgeplündert und angezündet.

Niemand baute die Burg wieder auf, in deren Mauern einst Minnesänger, darunter auch Wolfram von Eschenbach, rauschende Feste feierten. Mauern, Tore und Türme waren dem Verfall preisgegeben, die Bürger halfen kräftig nach. Sie holten vom Berg die Steine und bauten damit im Tal ihre Häuser. Fürstbischof Johann von Schönborn verbot dies zwar 1654, aber ohne großen Erfolg. Erst Ludwig I. gelang es 1827, die Steindiebe in Schach zu halten.

Die Bürger erkannten 1881, dass der "Trümmerhaufen der schönste Punkt oberhalb Kissingens ist". Sie sicherten die Mauerreste und machten die Ruine begehbar. Seitdem ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel.

Weder Bauherr noch Baujahr der Burg sind bekannt. Erstmals wird 1004 ein Graf Bodo als Burgherr erwähnt. Von ihm hat die Burg auch den Namen. Denn die Nachsilbe "lauben" hieß leben. Ihre Glanzzeit hatte die Burg unter Otto von der Botenlaube aus dem Geschlecht der Henneberger. Der Ritter und Minnesänger lebte ab 1220 mit seiner Gemahlin Beatrix von Courtenay, die er während eines Kreuzzuges in Jerusalem kennengelernt hatte, ständig auf der Burg. Er wurde, wohl unter dem Einfluss seiner Frau, tief religiös. "Um sich ganz aus dem gefährlichen Treiben der Welt zurückzuziehen und dem besseren Jenseits zuwenden zu können", verkaufte er 1234 Burg und einige Güter ans Hochstift Würzburg. Mit dem Geld wurde im nahen Frauenroth ein Kloster gegründet. Der Sage nach fiel die Wahl genau auf diesen Ort, weil dort der Schleier der Beatrix wiedergefunden wurde, den ihr ein Windstoß vom Kopf geweht hatte. Dort in der Kirche ist die Grabstätte des Minnesängers und seiner Frau. Sie kann noch heute besichtigt werden.

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