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Great Spas of Europe unterzeichnen in Paris die gemeinsame Bewerbung um den Titel UNESCO-Welterbe

Unter dem Titel „Great Spas of Europe“ haben die elf Städte Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, Spa, Bad Kissingen, Baden-Baden, Bad Ems, Bath, Vichy, Montecatini und Baden (bei Wien) ihre gemeinsame Bewerbung um den Titel UNESCO-Welterbe in Paris unterzeichnet. Die Botschafter, (Ober-)Bürgermeister und Projektverantwortlichen der Städte hatten sich hierzu in der tschechischen Botschaft in Frankreichs Hauptstadt zusammen gefunden. Am 1. Februar 2019 wird die Bewerbung dem UNESCO-Headquarters  übergeben.

„Das war ein entscheidender Schritt für Bad Kissingen und unsere Partner bei der Bewerbung um den Titel eines UNESCO-Welterbes. Wir haben gemeinsam das Dossier abschließen können“, kommentierte Oberbürgermeister Kay Blankenburg stolz die Unterzeichnung der unter Federführung Tschechiens stehenden Bewerbung der „Great Spas of Europe“. Im Vorfeld hatten sich die (Ober-)Bürgermeister und Projektverantwortlichen der insgesamt elf Städte (Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, Spa, Bad Kissingen, Baden-Baden, Bad Ems, Bath, Vichy, Montecatini Terme und Baden bei Wien) und die Botschafter der sieben Länder (Tschechien, Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Österreich) in der tschechischen Botschaft getroffen. Hier hatten sie die Bewerbung unterzeichnet und sich ausgetauscht. Für die deutschen Partner dieser Bewerbung signierte Botschafter Stefan Krawielicki das Dossier.

Die Abgabe des Nomination Dossiers, also des Hauptdokuments der Bewerbung, ist ein wichtiger Schritt und ein gewichtiger obendrein. Insgesamt 1434 Seiten in sechs Bänden umfasst das Werk und wiegt 5,3 Kilogramm. „Auch wenn man Qualität nicht zählen kann, so zeigen doch diese Zahlen, wie viel Arbeit hinter dieser Bewerbung steht. Insbesondere die wissenschaftliche Qualität des Inhaltes spielt eine bedeutende Rolle und spiegelt das Engagement der Stadt Bad Kissingen mit seinen Partnern für die Bewerbung. Mit dem internationalen Symposium ‚Kurort und Modernität‘ in Bad Kissingen haben wir beispielswiese einen hervorragenden Beitrag geleistet. Kulturreferent Peter Weidisch als Projektleiter für Bad Kissingen kommt ein herausragendes Verdienst zu“, dankte Oberbürgermeister Kay Blankenburg. Der tschechische Botschafter wird die Bewerbung am 1. Februar 2019 an das UNESCO-Headquarters in Paris übergeben.

Doch für Peter Weidisch und sein Team wird es nach Abschluss des Dossiers nicht wirklich ruhiger. Direkt im Anschluss an die Dossierabgabe reist der Bad Kissinger Kulturreferent weiter zu einem Treffen innerhalb der Bewerbergruppe in Bath. „Dieses Projekt ist für Bad Kissingen sehr wichtig und eine großartige Chance unser reichhaltiges materielles und immaterielles Erbe in die Zukunft zu bringen. Das Wissen um die Kur und wie die Kur gelebt wurde, dabei war Bad Kissingen oftmals Wegbereiter. Und das ist ein spannender Aspekt dieser Bewerbung, den wir bei unserer wissenschaftlichen Aufarbeitung immer wieder nachweisen konnten – auch heute noch“, ist Peter Weidisch voll Feuer für das Projekt, „mein Dank geht auch an mein kleines Team für die langjährige intensive Detailarbeit.“

Und überhaupt: „Das Projekt ist für Bad Kissingens Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Größe“, ergänzt Oberbürgermeister Kay Blankenburg, „Kur, ja Gesundheit und Kultur, sind seit Jahrhunderten unser wichtigster Wirtschaftszweig. Mit dem Prädikat ‚UNESCO-Welterbe‘ wird es Bad Kissingen sicherlich gelingen weitere Gäste in unser Staatsbad zu holen, den touristischen Adressatenkreis enorm zu erweitern. Dadurch schaffen wir für unsere Bürgerinnen und Bürger und unsere Unternehmen weitere Möglichkeiten.“ Und der Oberbürgermeister spitzt noch einmal zu: „Als UNESCO-Welterbe würde Bad Kissingen eine einzigartige Qualität in einer neuen Dimension erreichen.“

Auch der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler freut sich über die Unterzeichnung des Antrags zum UNESCO-Welterbe: „Weit über die Grenzen Bayerns hinaus ist Bad Kissingen als beliebte und attraktive Kurstadt mit langer Tradition bekannt. Seine Geschichte und Entwicklung vom 19. Jahrhundert bis heute zeigt mustergültig, wie bedeutungsvoll die Kur für die Gäste und die Bad Kissinger ist. Als UNESCO-Welterbestätte würde der Reichtum unserer Kulturschätze und die Vielfalt unserer Tradtionen, die uns in Europa verbinden, noch deutlicher werden.“

Im Laufe dieses Jahres stehen weitere Termine für die elf Bewerberstädte an. Ein wesentlicher Baustein ist die sogenannte „Mission“. „Alle Städte der ‚Great Spas of Europe‘ werden von Spezialisten der ICOMOS, der Beratungsorganisation für die UNESCO besucht werden, welche die `Great Spas of Europe‘ genau unter die Lupe nehmen. Für die Entscheidungsfindung zur Ernennung zum UNESCO-Welterbe ist dies ein weiterer entscheidender Schritt“, erklärt Peter Weidisch.

Ausschließlich in einer transnationalen Bewerbung kann das Phänomen „Europäische Kurstädte von Weltbedeutung“ adäquat repräsentiert werden. Die elf teilnehmenden Städte verfügen alle über ein materielles und immaterielles Kulturerbe von hoher Integrität und Authentizität. Sie weisen alle die signifikanten Merkmale eines „Weltbads“ auf: Neben den zentralen Kurbauten für die Trink- und Badekur prägen sie die Stadtstruktur mit Kur-, Villen- und Versorgungsvierteln, eine Vielzahl an Gärten und Parks, den fließenden Übergang in die umgebende Landschaft. Dieser ist im Heilungs- und Erholungsprozess eine substanzielle Rolle zugewiesen.


Bild (© Frank Marrenbach):
Die (Ober-)Bürgermeister, Projektverantwortlichen der elf Bewerber um den Titel des UNESCO-Welterbes und Botschafter der sieben an der unter tschechischer Federführung stehenden transnationalen Bewerbung beteiligten Länder trafen sich in der tschechischen Botschaft in Paris, um das Nominationdossier zu unterzeichnen.

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