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Das Schutzgebiet Bad Kissingen

Für den UNESCO-Welterbeantrag wurde ein genau umrissener Bereich als besonders und erhaltenswert definiert.

Dieser umfasst alle für ein Great Spa of Europe wesentlichen Zonen und Gebäude. Für diesen Bereich, deutsch als „Schutzgut“, englisch als „Property“  bezeichnet,  gelten  eine Vielzahl an Gesetzen und Verordnungen. Sie ermöglichen es, die besondere städtebauliche und architektonische Qualität des Schutzgutbereichs für die Zukunft zu erhalten. Der Schutzgutbereich ist mit einer „Pufferzone“ umgeben. In ihr werden geplante Veränderungen daraufhin geprüft, ob sie das Schutzgut beeinträchtigen könnten.

Kernzone (Property)
Die Grenzen des „Property“ sollen nach den Richtlinien der WHO (World Heritage Organisation) so festgelegt werden, dass sie alle Gebiete und Merkmale umfassen, die den außergewöhnlichen, universellen Wert des Gutes unmittelbar physisch zum Ausdruck bringen.

Die Grenzziehung ist bedingt durch die Dichte der Gebäude, die nicht nur über eine hohe architektonische Qualität, sondern auch über die für ein Welterbe unverzichtbaren Eigenschaften der weitgehenden Unversehrtheit und Echtheit verfügen. Der Schutz wird über ein Verwaltungssystem durch Gesetze und Verordnungen gewährleistet. Bad Kissingen verfügt über eine große Palette an Schutzinstrumentarien (Bebauungsplan Sondergebiet Kurgebiet, Denkmalschutz, Naturschutz, Wasserschutz, Heilquellenschutz, Hochwasserschutz) und ist somit sehr gut aufgestellt. Zusätzliche Beschränkungen werden den Eigentümern durch die Welterbe-Ernennung nicht auferlegt werden.

Bei dem als Property der Stadt Bad Kissingen vorgeschlagenem Gebiet handelt es sich um ein städtebaulich bewusst geplantes Viertel. Es enthält die wesentlichen Bautypen eines Kurbads von Geltung: Kurhaus, Wandelhalle bzw. –gang und Badehaus, dazu Kurgarten und Kurpark sowie exemplarische Hotel- und Infrastrukturbauten (so das E-Werk des Luitpoldbades und das Krugmagazin). Bemerkenswert ist, dass in der Zone einige Gebäudetypen und Kureinrichtungen mehrfach, in verschiedener Zeitstellung, vorhanden sind:

  • Gesellschafts(Kur-)haus
  • Konversationssaal (1838)
  • Luitpoldbad-Casino (1880)
  • Regentenbau (1913)
  • Wandelgang/Wandelhalle
  • Arkadenbau (1838)
  • Wandelhalle (1911)
  • Kurgarten
  • Kurgarten (1738/1834)
  • Luitpoldpark (stufenweise ab 1867)


Eine Karte mit dem Verlauf der Kernzone (Property) können Sie sich hier herunterladen.

Auswirkungen

Für das Property muss ein Managementplan entwickelt werden.
Ein Managementplan für eine Welterbestätte ist ein integriertes Planungs- und Handlungskonzept zur Festlegung der Ziele und Maßnahmen, mit denen der Schutz, die Pflege, die Nutzung und Entwicklung von Welterbestätten verwirklicht werden soll.

Die Träger des Property sind verpflichtet

  • regelmäßig über den Zustand des Welterbes zu berichten
  • bei Bauvorhaben und allen anderen Eingriffen, die das Welterbe in seinem Wert beeinträchtigen könnten, mit dem Welterbekomitee und dem Welterbezentrum der UNESCO zu kooperieren (bei Bauvorhaben schon im Planungsstadium).

Wichtig! Es gibt keine „Lex UNESCO“. Vielmehr bedient sich die UNESCO ausschließlich der in der Welterbestätte vorhanden Schutzmechanismen.

Kernzone Bad Kissingen - Kriterien

Ein Great Spa des langen 19. Jahrhunderts war ein spezialisierter Ort für Heilung und Erholung und wies eine charakteristische Stadtstruktur auf:

  • ein oder mehrere Kurviertel
  • ein oder mehrere Villenviertel
  • ein Viertel mit konzentrierter Dienstleistung
  • mehrere Garten- und Parkanlagen
  • fließender Übergang in die umgebende Landschaft
  • bewußte Gestaltung der umgebenden Landschaft für Heilungs- und Erholungszwecke


Ein Great Spa verfügt über einen charakteristischen Gebäudekanon:

  • Badeanstalten
  • Brunnenhäuser
  • Casinos
  • Kirchen verschiedener Glaubensrichtungen
  • Konzerthallen
  • Kurhäuser
  • Tempel und Pavillons, Ausflugsgaststätten und Aussichtstürme
  • Theater
  • Unterkunftshäuser und Gastronomie von großer Diversität
  • Wandelgänge/hallen

 


Pufferzone (Buffer Zone)

Die Pufferzone (engl. Buffer Zone) ist ein Gebiet, das das angemeldete Gut (engl. Property) umgibt und einen zusätzlichen Schutz bildet. Die sogenannten "Buffer Zones" sind keine Bestandteile des „Property“, sondern sollen das Property „puffern“. Damit soll vermieden werden, dass unmittelbar an der Grenze des Property beispielsweise Hochhäuser oder Windparks errichtet werden. Auch wenn Pufferzonen nicht Teil des angemeldeten Gutes sind, sind sie integraler Bestandteil der Nominierung. Veränderungen der Zone selbst müssen dem WHO gemeldet werden. Veränderungen innerhalb der Pufferzone müssen im Rahmen von Kriterien, die im Managementplan definiert werden, auf ihre Auswirkungen auf die Property geprüft werden.
Pufferzone Bad Kissingen – Kriterien

Die Grenzziehung der Pufferzone berücksichtigt den Sichthorizont aus der Property heraus. Besonderes Augenmerk liegt auf den historischen Sichtbeziehungen zu den Anhöhen Altenberg, Staffelsberg und Botenlauben; die Breite der Zone orientiert sich an der Geländeformation. Die Pufferzone weist eine Vielzahl an bestehenden Schutzinstrumentarien (Kurzonensatzung, Bauleitpläne, Denkmalschutz, Naturschutz, Wasserschutz, Heilquellenschutz, Hochwasserschutzgebiet) auf.

Eine Karte mit dem Verlauf der Pufferzone in Bad Kissingen können Sie sich hier herunterladen.