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Tod eines Handlungsreisenden - Arthur Miller

EURO-Studio Landgraf


Termin: 16.01.2019
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Veranstaltungsort
Kurtheater
Von-der-Tann-Straße 1
97688 Bad Kissingen

In den „Geschichten aus dem Wiener Wald“ machte Horváth, wie am Ende der letzten Spielzeit eindrucksvoll beim Theaterring zu sehen, 1931 ein ungebildetes junges Mädchen zur Heldin eines Dramas und zeigte, dass es Tragik auch auf der Ebene der Kleinen Leute gibt. Genau dieselbe Absicht verfolgte Arthur Miller 1949, indem er seinen Willy Loman (low man = Kleiner Mann) ins Zentrum eines Dramas stellte. Miller (1915 – 2005) gehörte zu den amerikanischen Autoren, die nach dem Zweiten Weltkrieg an die progressive Literaturtradition der 1930er­Jahre anknüpften. In seinen damals sehr erfolgreichen Theaterstücken brachte der „Meister der Sozialtragödie“ stets zeit­ und gesellschaftskritische Themen auf die Bühne.
Sie offenbarten neben der beklemmenden Aktualität auch Millers humanistisches Anliegen von Aufrichtigkeit und Zivilcourage.

Als 1958 das Stück ins konsumselige und vollbeschäftigte Wirtschaftswunder ­Deutschland kam, wirkte es wie ein Bericht aus einer anderen Welt, aus dem fernen Raubtierkapitalismus der USA mit seinem typisch amerikanischen, bis zur Naivität optimistischen Helden. Loman glaubt an den „Amerikanischen Traum“, dass jeder, der hart arbeitet, es auch zu etwas bringen wird. Er hat seine beiden Söhne Happy und Biff gemäß diesem Kleinbürger­ Credo erzogen und ihnen beigebracht, dass materieller Erfolg der Königsweg zu Glück und Zufriedenheit ist. Doch sind sie 1948 schon genauso gescheitert wie er selbst: Er wird nach all seinen aufreibenden Berufsjahren entlassen, weil er die Anforderungen durch die Veränderungen in seiner Branche nicht mehr erfüllen kann. Sein Sohn Biff hat die Lebenslügen des Vaters durchschaut und revoltiert gegen das bisher verehrte
Familienoberhaupt; Loman kann seinen Traum auch in der Familie nicht mehr weiterträumen und sieht nur noch einen Ausweg.

Für seinen Autor Miller brachte das Familiendrama Erfolg; noch im selben Jahr wurde er dafür mit dem Pulitzer ­Preis ausgezeichnet und gehörte damit zum kulturellen US­-Establishment. Und das auch beim Mainstream, als er 1959 Marilyn Monroe heiratete. „Death of a Salesman“ wurde mehrfach verflmt; am bekanntesten ist die detailgetreue Version von Volker Schlöndorff (1985) mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle des Willy Loman.
Den spielt in der Aufführung von EURO­Studio mit Riesenerfolg Helmut Zierl, der nach einigen Jahren am Sprechtheater seit 1979 in fast allen bekannten Serien im TV zu sehen war und ist: von Tatort bis Traumschiff oder Rosamunde Pilcher. Seine Frau Linda spielt Stephanie Theiß, die auf der Theaterbühne als Schauspielerin und Sängerin agiert. Die Söhne Biff und Happy werden von den Brüdern Jonas und Paul Baeck gespielt.

Seit 1958 hat sich die Situation in Deutschland gewandelt: In unserer Zeit der Globalisierung braucht es nicht mehr den Blick ins vom Kapital beherrschte Amerika zum Verständnis von Millers beklemmender Charakterstudie eines Menschen, der in einer rein proftorientierten Gesellschaft zum Verlierer werden muss. In Zeiten von Hartz IV und weltweiter Finanz­- und Wirtschaftskrisen ist Millers Stück aktueller denn je.
 

Zum gesamten Programm des 34. Theaterrings

Preis € 29/ 31/ 33/ 35/ 37

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