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Bist du mit der Kutsche da? – Aus dem märchenhaften Leben einer Rosenkönigin

Die 32-jährige Erzieherin Lynnette Schmidt wurde auf dem Rosenball zur Bad Kissinger Rosenkönigin 2019 gewählt. Das Stadtblatt hat sich mit ihr zum Interview getroffen.

Stadtblatt: Wie kamst du dazu, dich als Rosenkönigin zu bewerben?
L.S.: Mein Freund hat mir ein Bild der Zeitungsannonce per WhatsApp geschickt zusammen mit einer Rose und dem Text „Hier - Deine Chance!“. Das habe ich dann erst einmal unkommentiert gelassen und dachte mir nur: Ja, das mache ich - ich probier’s! Ich habe die Bad Kissinger Rosenkönigin immer beim Rakoczy-Fest gesehen und die letzten Jahre beobachtet und jetzt dachte ich, Mensch das wäre doch etwas für mich!
Soziales Engagement gehört schon immer zu meinem Leben dazu. Ich habe 9 Jahren Vereinsarbeit gemacht und schon immer mit Kindern- und Jugendlichen zusammengearbeitet. Sowohl aus dem Beruf heraus, als auch in der Freizeit.
Also habe ich mich beworben und wurde zum Casting eingeladen. Erst kurz davor habe ich dann zu meinem Freund gesagt: „In zwei Tagen ist Casting. Ich bin dabei!“.
Als dann am Abend des Castings die Entscheidung fiel, dass ich unter den letzten drei bin  - ich glaube, es war halb elf Uhr Abends - , habe ich ihn angerufen und berichtet, dass ich es geschafft habe und unter den letzten drei Favoriten bin. Er konnte es gar nicht glauben und fragte erst einmal, wie es jetzt weiter geht. Das haben wir kurz besprochen und ungefähr nachdem ich eine Minute aufgelegt hatte, rief er noch einmal an und meinte „Ja, da brauche ich aber noch einen neuen Anzug.“ Er war dann nervöser als ich.

Stadtblatt: Wie war der Rosenball für dich?
L.S.: Märchenhaft. Rosig. Ein unglaublich schönes Ambiente und auch ganz toll war das Zusammenspiel von Alt und Jung. Zuerst kamen ja die Vorbereitungen auf den großen Ball: wir haben Tanzstunden bekommen – einen Crash-Kurs bei Tinos Danceworld – und ein Fotoshooting mit Romana Kochanowski gemacht. Das war auch sehr schön und wir durften davor zum Friseur Schiesser und wurden schön frisiert und gestylt.
Und dann war der große Tag gekommen. Desto näher der Abend rückte, desto aufgeregter wurde ich. Ich habe schon früh um 10 Uhr den Friseurtermin gehabt und dann ging alles ganz schnell. Meine Freunde und Familie sind alle zu mir nach Hause gekommen, zum Warm-Up sozusagen. Ich bin dann mit meinen eingedrehten Lockenwicklern aus dem Haus, da die Frisur ja am Abend frisch sein sollte. Dann haben wir noch einmal den Ablauf besprochen und dann ging der Abend los. Wir mussten den Wiener Walzer und den Disco Fox tanzen und es war alles ganz aufregend. Es war wirklich eine große Herausforderung für uns Kandidatinnen und nach der ersten Fragerunde fiel dann auch langsam die Nervosität. Bei der Entscheidungsverkündung schlug mein Herz dann aber doch noch einmal merklich. Es war sehr mitreißend!
Als ich dann Rosenkönigin wurde, hab ich mich riesig gefreut und ich bin wirklich sehr stolz, dass es so gekommen ist! Es ist für mich eine unglaubliche Ehre Bad Kissingen ein Jahr lang zu repräsentieren!

Stadtblatt: Was hat sich für dich verändert, seit du Rosenkönigin bist?
L.S.: Man wird überall erkannt, und wenn es nur ein, zwei Leute sind und dann wird man oft nach einem Foto gefragt. Wenn ich durch die Stadt laufe, oder in meinem Lieblingscafé sitze, werde ich häufig nach einem Foto gefragt oder die Leute kommen auf mich zu und sprechen mich an. Das finde ich auch ganz schön und plane da tatsächlich jetzt schon immer ein bisschen mehr Zeit ein, wenn ich durch die Stadt gehe. Man überlegt sich vor dem Gehen, hab ich jetzt noch genügend Zeit für ein Foto, wenn ich durch die Stadt gehe oder man wählt dann den anderen Weg außen rum, wenn es doch mal schneller gehen muss.

Stadtblatt: Welche Auftritte hattest du schon als Rosenkönigin?
L.S.: Ich hatte einige Auftritte beim Kissinger Sommer. Gleich der erste Auftritt war der Staatsempfang mit Dr. Markus Söder. Da war ich sehr nervös und hatte einen wahrscheinlich nicht mehr messbaren Puls, weil er so hoch war und dann war es auch sehr heiß an diesem Tag. Da hat mich der Onkel von meinem Lebenspartner begleitet – da springt die ganze Familie sozusagen oder auch meine Hausgemeinschaft ein, die auch komplett mit beim Rosenball war, wenn mein Lebenspartner mal nicht kann.
Mein zweiter Auftritt war die Italienische Sinfonie beim Kissinger Sommer. Da war ich dann schon deutlich entspannter.
Dann war ich noch bei der Jahrestagung der Städtebauförderung und bei der Grundschule in Garitz zu Gast. Das war sehr schön. Die Kinder dort haben dann auch solche Fragen gestellt wie „Bist du mit der Kutsche da?“,  „Wohnst du in einem Schloss?“ oder „Hast du einen Prinzen?“. Die Lehrerin meldete mir später zurück, dass selbst die Jungs, welche sonst frech sind, ganz beeindruckt waren. Sie haben dann nur noch mit offenem Mund vor mir gesessen und konnten gar nicht mehr sagen, als ihren Namen. Eine Frage ist ihnen gar nicht mehr eingefallen. Wirklich total niedlich. Ich war ja auch mit Krone und Ballkleid da. Da haben sich wohl einige gar nicht mehr getraut etwas zu sagen, haben danach aber von nichts anderem mehr gesprochen. 
Da hat man auch gemerkt, dass die Kinder noch in einer ganz anderen Welt leben und man selbst in diesem Amt auch ein Stück ein Vorbild für die Kinder ist. Da war es mir auch ganz wichtig, dass man das auch nach außen weitergibt und den Kindern nahe bringt, auch wenn man Prinzessin oder Königin ist, geht man trotzdem noch weiter zur Schule. Das habe ich dort auch vermittelt und gesagt, dass sich Lernen und Fleiß am Ende auszahlen.
Die ersten Auftritte waren alle sehr aufregend und es ist etwas ganz Besonderes und eine Ehre, jetzt die Rolle der Rosenkönigin, die man sonst immer nur aus der Theorie kannte, selbst zu tragen. Ich mache das sehr sehr gerne und bin gespannt auf die weiteren Auftritte!

Stadtblatt: Welche Beziehung hast du zu Bad Kissingen?
L.S.: Geboren wurde ich in Bamberg. Vor einigen Jahren bin ich zusammen mit meinem Lebenspartner, der aus Schweinfurt stammt, nach Bad Kissingen gekommen. Uns gefällt es hier sehr gut und ich freue mich jetzt die Bad Kissinger Rosenkönigin sein zu dürfen.

Stadtblatt: Hast du einen Lieblingsplatz in Bad Kissingen?
L.S.: Ich bin hier sehr gerne an der Saale unterwegs, sowohl zu Fuß, als auch mit unserem Kanu auf dem Wasser. Außerdem gehen wir gerne im Park spazieren, kneippen oder auch einfach mal mit einem Buch zum Entspannen. Wir blicken vom Balkon aus direkt auf den Altenberg, den laufen wir auch einfach mal ganz gerne hoch und in der Rhön lässt es sich natürlich auch toll wandern.

Stadtblatt: Was machst du in deiner Freizeit?
L.S.: Ich bin Fußballtrainerin im Kinder- und Jugendbereich und mache auch so sehr viel Sport. Der Sport gehört bei mir als Ausgleich einfach immer mit dazu, sonst wäre ich wahrscheinlich auch nicht ausgelastet. Ich lese aber auch gerne einfach mal ein gutes Buch. Außerdem spiele ich Gitarre und Flöte und singe auch gerne. 

Stadtblatt: Wie schaffst du es, Job, Privatleben und das Amt der Rosenkönigin  gut miteinander zu vereinbaren?
L.S.: Mit sehr gutem und durchdachten Zeitmanagement (schmunzelt).

Stadtblatt: Ist dir etwas wichtig, was die Bad Kissinger über dich wissen sollten?
L.S.: Ich möchte gerne ein Jahr mit einem gewissen Wiedererkennungswert für Bad Kissingen schaffen. Egal ob es ein Verein ist oder die Bücherei – alle können gerne auf mich zukommen. Ich bin gerne bereit einen Besuch abzustatten, sei es, um ein Buch vorzulesen oder ein Gastspiel in der Schule zu haben. Außerdem ist es mir wichtig, in der Weihnachtszeit verschiedene Einrichtung zu  besuchen wie z.B. Altenheime. Dass man einfach vor allem auch Leuten, denen es gerade nicht so gut geht noch eine kleine Lichtstunde schenkt. Die Zusammenarbeit mit Bad Kissingen und den verschiedensten Einrichtungen ist mir sehr wichtig. Das ist meine Aufgabe, dass ich die Stadt repräsentiere und ich mache das auch gerne und bin offen für Neues. Da kann man mich gerne fragen.

Anfragen für die Rosenkönigin an: rosenkoenigin@badkissingen.de

Das Interview ist im Stadtblatt Ausgabe IV August 2019 erschienen.