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Neuer Wohnraum für Luftakrobaten an der Lindesmühle

Die Stadt Bad Kissingen hilft einem kleinen Vogel mit einer Vorliebe für hohe, alte Gebäude und installiert Nistkästen in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz.

Die Tage werden länger, die Temperaturen werden milder und seit ein paar Tagen hört man sie wieder: die vertrauten schrillen „sriiihrr-sriiihrr“-Rufe hoch oben über Bad Kissingen. Die Mauersegler — „die“ Sommervögel — sind wieder zurück aus Afrika und suchen Nistplätze um ihre Jungen aufzuziehen.
Mauersegler sind Gebäudebrüter mit einer Vorliebe für Nischen und Dächer von alten Gebäuden und davon hat Bad Kissingen mit seiner großzügigen, historischen Bebauung aus den Zeiten des Weltbades noch reichlich. Leider gehen bei Sanierungen mehr und mehr der verborgenen und oft gar nicht wahrgenommenen Lebensstätten der Mauersegler zwischen den Dachbalken verloren. Um genau diesem Missstand entgegenzuwirken, haben sich die Stadt Bad Kissingen und die Kreisgruppe des Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammengetan und sind auf die Suche nach geeigneten, neuen Standorten für Nistplätze gegangen.

An der fünfgeschossigen, historischen Lindesmühle am Saaleufer mit ihrem zinnenbekrönten Turm wurde man fündig. Die Fassade dieser mehrteiligen, burgartigen Gebäudegruppe von 1886, die seit 1961 vom damals städtischen Bauhof und heutigen Servicebetrieb genutzt wird, ist für die ursprünglichen Felsen- und Höhlenbrüter ein geradezu idealer Ersatz für ihre natürlichen Brutplätze.
Um den sogenannten „Turmschwalben“ sichere Nistmöglichkeiten zu bieten ohne am Gebäude selbst baulich etwas zu verändern, hat Alexander Brand vom LBV für die Fensterbänke „maßgeschneiderte“ Nistkästen gebaut. Fünf dieser Kästen sind nun an der Lindesmühle installiert und warten darauf bezogen zu werden.
Mauersegler sind sehr gesellig und brüten am liebsten in Kolonien, darum wird der aufmerksame Beobachter an den langgestreckten Kästen jeweils drei Einschlupflöcher bemerken können. Die Vögel sind außerdem erfreulich reinliche Bewohner. Das wenige Nistmaterial, das sie benötigen, sammeln sie im Flug und ihre Nester halten sie sehr sauber. Den Kot ihres Nachwuchses transportieren sie regelmäßig nach draußen und eine Verschmutzung der Fassade ist darum von ihnen nicht zu erwarten. Diese idealen Untermieter ernähren sich ausschließlich von Fluginsekten und erwischen dabei auch viele, die uns oft gar nicht so lieb sind. Das macht die exzellenten Luftakrobaten noch sympathischer und so hoffen die Mitarbeiter des Servicebetriebs ebenso wie die LBV-Kreisgruppe, dass den Vögeln ihr neues Quartier gefällt, damit ihre beeindruckenden Flugmanöver und ihr charakteristisches Rufen die Bewohner und Gäste der Stadt auch weiterhin durch den Kissinger Sommer begleitet.

Wer dem guten Beispiel des städtischen Bauhofes folgen und ebenfalls neuen Wohnraum für Mauersegler schaffen möchte, kann gerne mit der LBV Kreisgruppe über monika.koch@lbv.de Kontakt aufnehmen.


Foto: Alexander Brand vom LBV ist zuversichtlich