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Optimierte Gestaltung, neue Kategorien und Checklisten

Neuauflage der Notfallmappe vorgestellt

Was brauche ich, wenn ich in das Krankenhaus muss? Wer kümmert sich um mein Haustier, wenn ich aus einer Notlage heraus nicht in der Lage bin, mich selbst zu kümmern? Welche Medikamente nehme ich ein? Fragen, die man sich in der Regel erst stellt, wenn man in eine Notlage gekommen ist.

Entscheidend jedoch ist, dass die Antworten darauf Leben retten können. Ist man als Notfall nicht ansprechbar und der Notarzt muss entscheiden, wie er die Erstbehandlung vor Ort gestaltet, kann die Frage nach Medikamenten immanent sein. Durch das Wissen um eingenommene Medikamente, kann er Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ausschließen.

In der Notfallmappe von Seniorenbeirat und Stadt Bad Kissingen können solche Informationen angelegt werden.

Die Notfallmappe hält unterschiedliche Kategorien vor, welche Menschen – besonders ältere – auf den Notfall vorbereiten. Unter anderem können, wie in vorangestelltem Beispiel, die Medikamente eingetragen werden. Mitarbeiter von Rettungsorganisationen können diese Informationen über in Notgeratene aus der Notfallmappe herauslesen.

Das Referat Jugend, Familie und Soziales hat zusammen mit dem Seniorenbeirat der Stadt Bad Kissingen die Notfallmappe komplett überarbeitet und neuaufgelegt. Hierbei wurden auch neue Kategorien geschaffen: Infos zur Rente, Finanzen, Nachlassangelegenheiten und Haustiere. Es ist ratsam auch die Pflege des Haustiers geregelt zu haben, falls man in eine Notsituation kommt. Dazu gilt es einfach die Formulare in der Notfallmappe auszufüllen. „Es wäre nicht nur ratsam, das Ausfüllen zusammen mit Familienmitgliedern, einer guten Freundin oder Freund oder Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorzunehmen, sondern auch alles nach einer gewissen Zeit zu kontrollieren und es bei Bedarf anzupassen“, rät Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel in seinem Vorwort zur Notfallmappe.

Die neue Notfallmappe ist nun gebunden und hat ein neues Layout bekommen. „Uns war es wichtig, eine komplett barrierefreie Broschüre zu schaffen“, beschreibt der Leiter des Referats Jugend, Familie und Soziales, Philipp Pfülb. Entsprechend ist die Schrift groß und deutlich lesbar. Die Kategorien sind über das Inhaltsverzeichnis schnell aufzufinden. Die Sprache ist einfach gewählt.

Zu den Neuerungen zählt auch die Kategorie „Digitales/Passwörter“. Hierbei geht es um das „Digitale Vermächtnis“ im Todesfall. Hinterbliebene kommen kaum an die Daten Verstorbener, weil gesetzliche Regelungen fehlen und AGB von Dienstanbietern schier unüberwindbare Hürden darstellen. Mal abgesehen davon, dass viele Dienstanbieter nicht in Deutschland angesiedelt sind.

Um ein paar einfache Beispiele zu nennen: Bei welchem Anbieter hat ein Verstorbener einen Mobilfunkvertrag gehabt? Können Hinterbliebene dies nicht recherchieren, so kommt Rechnung um Rechnung ins Haus. Eine Kündigung des Vertrags wird schwierig. Hat der Verstorbene Daten in eine Cloud gestellt, benötigt man ein Passwort, um diese wieder herunterladen zu können. Was passiert mit dem Account eines Verstorbenen in Sozialen Medien, wenn man keine Zugangsdaten kennt. Problemstellungen des modernen Lebens, die sich durch das Eintragen der entsprechenden Daten in die Notfallmappe vermeiden lassen.

„Als ich vor ein paar Jahren ins Krankenhaus musste, habe ich mich gefragt, was ich alles für den Aufenthalt benötige“, erinnert sich der erste Vorsitzende des Seniorenbeirats Helmuth Beck. Daraus entstand die Idee eine Checkliste mit den wichtigsten Utensilien für einen Krankenhausaufenthalt als Flyer herauszugeben. Inzwischen ist dieser in der Notfallmappe integriert.

Gleiches gilt für den Flyer „Senioren helfen Senioren“. Hier wird die Initiative des Seniorenbeirats beschrieben. Es geht dabei um eine niedrigschwellige Hilfe von Senioren für Senioren, beispielsweise Zuhören, Spaziergänge, Besorgungen – eben das Vermeiden bzw. Herausholen aus der sozialen Isolation Älterer.

Die Notfallmappe ist kostenlos an der Infotheke im Rathaus erhältlich.