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Pressemitteilung der Stadt Bad Kissingen, 06.06.2022

Obstbäume im Mittelpunkt

Streuobstwiesen sind ein wichtiger Teil unserer traditionellen Kulturlandschaft. Bei naturnaher Bewirtschaftung entwickeln sich auf Streuobstflächen artenreiche Biotope.

Blühwiesen und die Obstbäume selbst sind Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Das Obst kann geerntet werden oder bietet vielen Tieren Nahrung.

Um diese wertvollen Habitate zu erhalten sind Pflegemaßnahmen erforderlich. Die Wiesen müssen einmal pro Jahr gemäht werden, um einer Verbuschung entgegenzuwirken. Die meist alten Obstbaumbestände sind regelmäßig zu pflegen. Ohne Schnittmaßnahmen vergreisen die Bäume und sterben ab.

Die Stadt Bad Kissingen ist im Besitz einiger Obstwiesen. Oft wurden diese im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen angelegt. Dem zuständigen Tiefbauamt liegt viel am Erhalt der Streuobstflächen in den Ortsrandlagen. Daher wird einiges unternommen um deren Bestand zu sichern. Obstwiesen dienen der Naherholung und Umwelterfahrung. Auch Bürger sollen angeregt werden den ökologischen Wert von Streuobstflächen wiederzuentdecken und das Obst zu verwerten.

Schnittkurs

Am Freitag, den 08. April 2022 fand in Bad Kissingen in der Zeit von 9 bis 16 Uhr ein kostenloser Streuobstschnittkurs statt. Dieser wurde von der Stadt Bad Kissingen im Servicebetrieb organisiert und richtete sich sowohl an die städtischen Gärtner als auch externe Teilnehmer. Insgesamt nahmen 18 Personen daran teil. Der Referent, Dipl.-Gartenbauing. Krischan Cords wurde vom Landratsamt Bad Kissingen engagiert, da der Streuobstschnittkurs Teil des Projektes Grüngitter war, in welchem die Stadt Bad Kissingen mitwirkt.

Krischan Cords ist geschäftsführender Vorstand der Main-Streuobst-Bienen eG und brachte den Teilnehmer den Streuobstschnitt nach Oeschberg näher. Bei diesem,  erklärte er, gäbe es wesentliche Unterschiede zum Schnitt von Obstbäumen im Hausgarten. Nach Oeschberg möchte man auf Streuobstwiesen weitausladende Obstbäume mit 3-4 steilen Leitästen sowie einer Stammverlängerung. An den Leitästen bilden sich 2-3 Fruchtäste mit dem Fruchtholz. So ist gewährleistet, dass nicht nur die Krone, sondern auch die unteren Astpartien genügend Licht bekommen. Nur mit genügend Sonne entsteht süßes, wohlschmeckendes Obst. Ein weiterer Vorteil des naturgemäßen Schnittes ist, dass zwischen den Leitästen ein Anleitern gut möglich ist, um im oberen Bereich Schnittmaßnahmen auszuführen oder Obst ernten zu können.

Am Vormittag erfuhren die Teilnehmer die wichtigsten Grundsätze zu Schnittmaßnahmen und Wuchsverhalten von Bäumen im Allgemeinen. Ein Baumschnitt ist erforderlich um die Baumgesundheit, Vitalität und eine gute Fruchtqualität zu erhalten. Ebenso ging Herr Cords auf den speziellen Schnitt vor der Pflanzung eines neuen Obstbaumes, den sog. Pflanzschnitt ausführlich ein. Im Anschluss erklärte der Referent den Erziehungsschnitt von jungen Obstbäumen. Noch im Servicebetrieb zeigte er an neu gelieferten Obstbäumen den Pflanzschnitt und wies auf die Wichtigkeit einer richtigen Erziehung in jungen Jahren hin. Danach fuhren die Teilnehmer auf eine nahe gelegene Fläche mit jungen Obstbäumen. Hier zeigte Herr Cords den Jungbaumschnitt in der Praxis. Es war gut zu erkennen, dass es sehr wichtig ist, in den ersten 5-10 Jahren die künftige stabile Kronenstruktur aufzubauen. Eine spätere Korrektur des Kronenaufbaus dauert Jahre und ist mit viel Aufwand verbunden.

Am Nachmittag erfuhren die Teilnehmer noch einiges über den Schnitt von älteren Obstbäumen. Ziel des Pflegeschnittes an Altbäumen ist es die Stabilität sicher zu stellen und ein Gleichgewicht zwischen Holzwachstum und Fruchtansatz herzustellen. Der dazugehörige Praxisteil fand in der ehemaligen Stadtgärtnerei statt.

Pflanzung neuer Obstbäume

Es passiert immer wieder, dass junge Obstbäume nicht anwachsen oder ältere Bäume absterben. Damit die Streuobstflächen ihre Wohlfahrtswirkung behalten, pflanzt die Stadt auch junge Obsthochstämme nach. Dieses Jahr wurden 11 Apfelbäume gepflanzt. Die Bäume wurden über das Grüngitter-Projekt des Landratsamtes gekauft. Die Stadt übernimmt das Einpflanzen und die Pflege der Apfelbäume. Das erlernte Wissen konnten die städtischen Mitarbeiter beim Pflanzschnitt direkt anwenden. Auch der richtigen Erziehung der jungen Obstbäume steht nach diesem Kurs nichts mehr im Wege.