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Pressemitteilung der Stadt Bad Kissingen, 29.07.2022

Besuch des Generalkonsuls der USA Timothy E. Liston in Bad Kissingen

Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel begrüßte den Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika im Bad Kissinger Rathaus mit folgenden Worten.

Deutsch:

Sehr geehrter Herr Liston,

Herr Generalkonsul, herzlich willkommen in Bad Kissingen! Wir freuen uns, Sie hier bei uns, in einer der Great Spa Towns of Europe, begrüßen zu dürfen.
Meine Großmutter, leider ist sie Anfang des Jahres im Alter von 96 Jahren verstorben, hat mir letztes Jahr noch von ihren Erfahrungen im Jahr 1945 erzählt, als sie als 19-Jährige auf das Eintreffen der US-Soldaten in Bad Kissingen wartete. Sie machte sich Sorgen und fragte Passanten, die die ankommenden Truppen begleiteten, wie sie denn seien, die Amerikaner. Die Antwort lautete: Sie sind in Ordnung, sie sind freundlich. Das beruhigte sie und zum ersten Mal in ihrem Leben sah sie Menschen mit dunkler Hautfarbe – und beobachtete, wie sie mit anderen in einer Bar in der Ludwigstraße ausgelassen zu Trinken anfingen.

Das war der Anfang einer friedlichen und lang anhaltenden Freundschaft zwischen Bad Kissingen und den US-amerikanischen Soldaten, die wir „Amis“ nannten und die ab 1945 in den Daily Barracks stationiert waren und bis zum Abzug im Jahr 1994 in unserer Region lebten. Als Kinder beobachteten wir die Soldaten, wie sie sich während der REFORGER-Manöver in den Feldern versteckten, und sahen sie schwer bewaffnet durch die Wälder marschieren. Wir machten uns keine Sorgen wegen der Fulda Gap oder der Gefahr eines möglichen 3. Weltkriegs. Wir bewunderten die Soldaten, bewunderten ihre Sprache, ihre Kleidung, ihre Musik und ihren Lebensstil. Beunruhigt waren wir, als sie Bad Kissingen 1990 verließen, um im Ersten Golfkrieg zu kämpfen. Die Vereinigten Staaten, Deutschland und Bad Kissingen im Besonderen pflegten immer eine Freundschaft, die auf gegenseitigem Respekt beruhte, auf Freundschaft und manchmal sogar auf Liebe, wenn deutsche Frauen ihre Heimat verließen, um ihren amerikanischen Partnern zu folgen.

Sehr geehrter Herr Liston, wir haben etwas gemeinsam: Wir haben beide ein Praktikum in einem Parlament des jeweils anderen Landes absolviert: sie im Bundestag in Berlin, ich im Congress, im House of Representatives in Washington DC. Wir haben von Ihrem Land die grundlegenden Prinzipien der Demokratie gelernt: Rechte, Wahlen und Meinungsfreiheit. Wir teilen ein tiefes Verständnis für die jeweilige politische Kultur des anderen. Und Sie werden wissen, was ich meine, wenn ich sage: Wir waren enttäuscht, als wir lediglich als wirtschaftlicher Konkurrent betrachtet wurden und nicht als ein Partner innerhalb der westlichen Hemisphäre, basierend auf der gleichen Auffassung, wie Menschen leben sollten. Vermutlich liegt die größte Gefahr für unsere Beziehung im Inneren, nicht im Äußeren unserer Gesellschaften. Zusammen ist die westliche Welt in der Lage, alle anstehenden wirtschaftlichen Gefahren und Sicherheitsrisiken zu bewältigen. Ich und Bad Kissingen freuen uns, die Vereinigten Staaten wieder als den Partner an unserer Seite zu wissen, als den wir sie kennen und schätzen. Und wir freuen uns, Sie als ersten US-amerikanischen Repräsentanten nach sehr langer Zeit wieder hier bei uns in Bad Kissingen begrüßen zu dürfen.

Ich möchte Sie nun einladen, sich ins Goldene Buch unserer Stadt einzutragen, so wie es vor Ihnen schon viele andere Amerikaner getan haben, darunter viele hochrangige Mitglieder der US-Militärs oder Neil Amstrong im Jahr 1970, nur ein Jahr nach seinem bahnbrechenden Erfolg.
Ich wünsche Ihnen, dass Ihr größter Erfolg noch vor Ihnen liegt, Herr Liston. Wir bedanken uns für Ihren Besuch in Bad
Kissingen und wünschen Ihnen alles Gute.


Englisch:

Dear Mr. Liston,

Herr Generalkonsul, welcome to Bad Kissingen! We are very pleased to have you here in Bad Kissingen, one of the Great Spa Towns of Europe.

My grandma, she sadly passed away in January at the age of 96, just told me last year about her experience in 1945, when she was 19 years old and waited for the US-army to come to Bad Kissingen. She was worried and asked other people, who accompanied the incoming troops, What are they like, these Americans?? Do we need to be afraid of them? The answer was: They are okay, they are friendly people.
So she calmed down and for the first time in her life she saw people of colour – and watched them starting to drink with others heavily in a bar in Ludwigstraße.

That was the beginning of a peaceful and long lasting friendship between the city of Bad Kissingen and US soldiers, called „Amis“, who were stationed in the Daily Barracks from 1945 and lived around the area until their withdrawal in 1994.
When we were kids, we watched the US troops hiding in the fields during REFORGER exercises and marching heavily armed through our forests. We did not care about the Fulda Gap or the danger of a potential World War III. We admired the soldiers, their language, their clothes, their music and life style. We were worried when they left Bad Kissingen to fight during the First Gulf War in 1990. US, Germany and Bad Kissingen in particular have always had a relationship based on mutual respect, friendship and sometimes even love, when German women left the region to follow their American partners.

Dear Mr. Liston, we have something in common: We both did an internship in a parliamentary office on the other side, you worked in the German Bundestag in Berlin, I worked in the US Congress, the House of Representatives in Washington DC. You taught us the basic principles of democracy: legal rights, elections and freedom of speech. We both share a deep understanding of the political culture. And you will understand what I mean when I say: We were dissapointed when we were merely seen as an economic competitor, not as a partner within the Western hemisphere based on the same understanding of how people should live. Probably the greatest danger for our relationship is coming from inside, not outside of oursocieties. Together the Western world is capable of dealing with all economic and security risks that are on the agenda. I am happy and Bad Kissingen is happy to have the US back on board as the kind of partner we used to know and appreciate. And we are happy to have you here in Bad Kissingen as the first US representative for a very long time.

Today I would like to invite you to sign your name into our Golden Book of Honour, as many US Americans have done before such as many high-ranked members of the US-army or Neil Amstrong in 1970, one year after his incredible success. May your greatest success still lie ahead of you, Mr. Liston.
Thank you very much for visiting Bad Kissingen.
We wish you all the best.