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8730 Alumni Netzwerk Bad Kissingen

Alumni stellen sich vor: Sebastian Dresbach

Einmal im Monat stellen wir einen Alumni im Interview vor. Hierbei werden immer die gleichen 8 Fragen gestellt. Seid gespannt auf die Antworten.

Steckbrief: Sebastian Dresbach

Geburtsjahr1977
Letztbesuchte Schule in Bad KissingenStaatliche Realschule Bad Kissingen
Schulabschluss im JahrMittlere Reife in 1993
BerufsausbildungRettungsassistent
StudiumBetriebswirtschaftslehre
Heute tätig alsGeschäftsführer Zentrum für Telemedizin (ZTM)
(Wohnort) Arbeitsort, LandBad Kissingen, Deutschland

Interview: Sebastian Dresbach

Alumni-Netzwerk: Sebastian, du hast 1993 deine Mittlere Reife in Bad Kissingen abgeschlossen. Hand aufs Herz: Bist du gern in die Schule gegangen? Erzähl doch mal ein bisschen…

Sebastian Dresbach: Eigentlich schon. Allerdings lag mein Fokus damals eher auf dem Zusammenhalt im sozialen Umfeld, weniger auf dem schulischen Zweck. Im Nachhinein weiß ich, dass ich mit wenig Mehraufwand viel mehr hätte erreichen können. Das Schlimme ist, dass mich heute die Themen von damals total interessieren. Das sah damals anders aus. Zusammengefasst: Ich bin leider mit so wenig Aufwand wie möglich, aber sehr gerne zur Schule gegangen.

Alumni-Netzwerk: Gab es Lehrerinnen und/oder Lehrer, die deine spätere Berufsentscheidung maßgeblich beeinflusst haben? Wenn ja, welche bzw. welcher und warum?

Sebastian Dresbach: Oh ja, die gab es. Ich erinnere mich am besten an meinen Englischlehrer, Herrn Klaus Dörner. Er hat mich ziemlich geprägt, da ich ihn immer als fairen Lehrer wahrgenommen habe. Zuckerbrot und Peitsche könnte man es auch nennen. Trotz zahlreicher Strafarbeiten habe ich mich bei ihm immer wohlgefühlt. Ich glaube, gerade seine Fairness hat mich ziemlich geprägt. Gleiches gilt für Herrn Klaus Lotter aus der Grundschule. Das war auch so ein Kaliber von Lehrer, zu dem man heute noch gerne aufschaut. Tolle Menschen!

Alumni-Netzwerk: Wie sahen deine Stationen nach der Schulzeit aus?

Sebastian Dresbach: Nach der Realschule habe ich mir noch kurz die Zähne an der FOS ausgebissen. Nach einem Jahr ging ich dann zum Wehrdienst. Anschließend habe ich mein ehrenamtliches Hobby zum Beruf gemacht und die Ausbildung zum Rettungsassistenten abgeschlossen. Viele Jahre war ich im Rettungsdienst in Bad Kissingen tätig und durfte/musste alles erleben, was die Menschheit so hergibt. Irgendwann habe ich parallel meinen Betriebswirt gemacht und bin daraufhin zunehmend aus dem aktiven Rettungsdienst in Richtung Management abgedriftet – zuerst beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in Bad Kissingen, dann seit 2012 als Geschäftsführer des Zentrums für Telemedizin in Bad Kissingen.

Alumni-Netzwerk: Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?

Sebastian Dresbach: Meine aktuelle Tätigkeit ist durchaus fordernd. Ich starte für gewöhnlich sehr früh morgens in den Tag. Mich erwartet eigentlich jeden Tag ein prall gefüllter Kalender und unzählige E-Mails. Daneben gilt es natürlich alle Themen eines jungen, innovativen Unternehmens verantwortlich abzudecken. Aber wir haben inzwischen auch ein tolles Team aufgebaut, sodass ich mir auch privat meine Freiräume schaffen kann. Klar erwische ich mich auch am Wochenende oder spät am Abend dabei, meine Mails zu sichten. Aber das hat man sich mit der Berufswahl aus meiner Sicht auch ein Stück weit ausgesucht. Von daher will ich sicher nicht jammern. Am spannendsten sind bei mir die ständig wechselnden und neuen Themen, die auf den Tisch kommen und die wir gestalten können. Bei uns gibt es fast nichts nach Schema F und das ist gut so.

Alumni-Netzwerk: Gibt es eine Anekdote aus der Schulzeit oder aus der Zeit in Bad Kissingen, die du mit uns teilen willst?

Sebastian Dresbach: Was mir immer im Kopf bleiben wird, ist eine Mischung aus der Schulzeit und meinem Berufsleben. Eines Tages hatte ich einen ehemaligen Lehrer im Rettungswagen als Patienten zu versorgen. Ich gebe zu, ich war zu diesem Lehrer nicht immer fair. Im Nachhinein betrachtet war ich ein Rotzlöffel. Das tut mir heute sogar leid. Jedenfalls empfing er mich im Rahmen des Einsatzes mit den Worten: „Sebastian, dass aus dir noch mal etwas Vernünftiges wird, hätte ich nicht gedacht.“ Das ging und geht mir heute noch an die Nieren, auch wenn man darüber schmunzeln möchte.

Alumni-Netzwerk: Was war das Beste, das dir im (Berufs-)Leben widerfahren ist?

Sebastian Dresbach: Im Berufsleben gab es diesen einen Moment bei mir nicht. Ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben. Für mich standen und stehen die Mitmenschen immer im Mittelpunkt. Dankbar bin ich, dass ich immer noch jeden Tag dazulernen darf. Und wenn ich zurückblicke, dann war ich oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wenn Plan A nicht ging, dann hatte ich immer Plan B parat. Ebenso durfte ich in meiner Laufbahn ziemlich viele Unterstützer und Menschen, die mir Vertrauen schenkten, kennenlernen. In Summe ist es vielleicht das, was ich als das Beste einschätze. Dafür bin ich sehr dankbar.

Alumni-Netzwerk: Was würdest du heutigen Schulabgängern raten?

Sebastian Dresbach: Wie in meinem Fall tue ich mir sehr schwer mit dem Gedanken, dass die jungen Schulabgänger überhaupt schon wissen, was sie bis ins hohe Alter machen wollen. Ich denke, nur bei den wenigsten ist der Weg für den Rest des Berufslebens auf lange Sicht klar. Da kann ich nur mitgeben, immer mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Heutzutage tun sich immens viele Türen auf. Man muss sich dann nur wagen auch durchzugehen. Bleibt stets neugierig und habt einen Plan A. Einen Plan B zu haben, kommt mit dem Alter. Aber ohne einen Plan kann es schwierig werden.

Alumni-Netzwerk: Du bist in der Region Bad Kissingen geblieben. Stand das schon immer für Dich fest und warum?

Sebastian Dresbach: Ja, das stand für mich fest. Sicher hat man sich auch mal mit dem Gedanken auseinandergesetzt, woanders tätig zu werden. Aber das war bei mir nicht gewollt und auch nicht erforderlich. Ich schiebe die tiefe Verbundenheit zur Region Bad Kissingen auch ein bisschen auf meine Kindheit. Als Sohn einer Soldatenfamilie bin ich bis zum Schulabschluss insgesamt sieben Mal umgezogen. Und das über weite Distanzen inklusive den USA. Bedeutet: Alle zwei bis drei Jahre einen Freundeskreis verlassen und einen neuen aufbauen. Das hat nicht nur Schlechtes, das will ich damit nicht sagen. Aber ich denke, irgendwann war ich froh, angekommen zu sein. Und so soll es bleiben.

Alumni-Netzwerk: Hast du eine Botschaft oder einen Gruß an deine Alumni-Kollegen und an Bad Kissingen?

Sebastian Dresbach: Keep in contact!! Der heutigen Generation fällt das mit den sozialen Medien sicher leichter als uns damals. Von daher sollten wir aufholen. Ich freue mich immer wieder auf ein Wiedersehen mit der Meute oder einzelnen Personen von damals.

Alumni-Netzwerk: Vielen Dank für dein Interview und alles Gute.