Benutzername:
Passwort:

Passwort vergessen?
8730 Alumni Netzwerk Bad Kissingen

Alumni stellen sich vor: Regina Kleinhenz

Ein- bis zweimal im Monat stellen wir eine Alumna oder einen Alumnus im Interview vor. Hierbei werden immer die gleichen 8 Fragen gestellt. Seid gespannt auf die Antworten.

Steckbrief: Regina Kleinhenz

Geburtsjahr 1979
Letztbesuchte Schule in Bad Kissingen Jack-Steinberger-Gymnasium
Schulabschluss im Jahr Abitur 1999
Berufsausbildung Lehrerin, Redakteurin, Therapeutin
Studium/Weiterbildungen Anglistik & Geographie
Heute tätig als Certified Clarity Coach
(Wohnort) Arbeitsort, Land Stuttgart/online

Interview: Regina Kleinhenz

Alumni-Netzwerk: Regina, du hast 1999 Abitur in Bad Kissingen gemacht. Hand aufs Herz: Bist du gern in die Schule gegangen? Erzähl doch mal ein bisschen…

Regina Kleinhenz: Zur Schule gehen war für mich eine ambivalente Angelegenheit. Zum Einen mochte ich es sehr, weil ich es toll fand, meine Freunde zu sehen. Wir haben viel Blödsinn gemacht. Auch das ein oder andere Schulfach hat mir – abhängig von Inhalt und Lehrperson – Spaß gemacht. Zum Anderen war mir oft nicht klar, wozu die Unterrichtsinhalte gut sein sollten (v.a. in den Naturwissenschaften). Ich habe nicht verstanden, was ich mit einer Kurvendiskussion oder einer chemischen Formel in meinem Leben anfangen sollte. Dann noch diese elende Pubertät… in der Schule spielte ich oft die Coole und den Klassenclown, wahrscheinlich um die darunterliegende unsichere und einsame Teenagerin zu verstecken. Wie ich unter diesen Bedingungen mein Abi schaffen konnte, ist mir manchmal heute noch ein Rätsel. : )

Alumni-Netzwerk: Gab es Lehrerinnen und/oder Lehrer, die deine spätere Berufsentscheidung maßgeblich beeinflusst haben? Wenn ja, welche bzw. welcher und warum?

Regina Kleinhenz: Herr Back, der in der 5. Klasse unser Klassenlehrer war, hat meine Liebe für die englische Sprache entfacht. Er hatte eine so angenehm menschliche, unterhaltsame und vor allem humorvolle Art zu unterrichten. Ich mochte ihn sehr und habe mich bei ihm als Mensch immer gesehen gefühlt.

Alumni-Netzwerk: Wie sahen deine Stationen nach der Schulzeit aus?

Regina Kleinhenz: Oh je… wie viele Zeichen haben ich? : ) Nach dem Abi stolperte ich erst einmal ziemlich planlos ins Englisch- und Geographiestudium auf Magister in Würzburg. Ich wusste nicht, was ich wollte und wer ich bin. 2001 Auslandsaufenthalt in Dublin, danach Staatsexamen. Nach einem 2-jährigen Volontariat als Redakteurin in Würzburg, wo ich wenig zielorientiert war und stattdessen lieber 6 Wochen auf dem Jakobsweg umherwanderte, ging ich 2011 nach Stuttgart. Zunächst, um dort an einer Privatschule zu arbeiten. Die Arbeitsbedingungen waren nichts für mich und so wechselte ich nach einem Jahr zum Ernst Klett Verlag und arbeitete dort als Redakteurin für Englisch an Schulbüchern für verschiedene Schularten. Zu dieser Zeit begann mein Interesse für Psychologie und meine unermüdliche Suche nach etwas, das mir nachhaltig zu mentalem, emotionalem und körperlichem Wohlbefinden verhelfen würde. Es folgten nebenberuflich die Ausbildung zur Systemischen Therapeutin und zur Yoga-Lehrerin. Kurz darauf baute ich meine Selbstständigkeit auf, mit Klienten in meiner Systemischen Praxis und Aufträgen für Yoga- und Achtsamkeitstrainings sowie Vorträgen über Stressmanagement, u.a. bei der Allianz Deutschland, CMS Hasche Sigle und diversen Stuttgarter Firmen. Das war schon ziemlich cool. Doch ich selbst fühlte mich häufig gestresst, unter Druck und nicht genug. Die Suche ging also weiter. Bis sie 2020 zu Ende war, als ich die Ausbildung zum Clarity Coach bei Jamie Smart absolvierte. Die Suche nach mir Selbst und das Durcheinander in meinem Leben nahmen ein langersehntes Ende. Das Inside-out-Verständnis hat mein Leben komplett verändert und here we are: Ich weiß, was ich will und was ich kann. Ich weiß, dass ich vieles nicht weiß und auch nicht kann und das ist vollkommen in Ordnung. Und das wichtigste: Ich weiß, dass ich dem Leben vertrauen kann.

Alumni-Netzwerk: Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?

Regina Kleinhenz: So richtig unterscheiden kann ich zwischen "Arbeit" und "Privat" oft gar nicht. Wenn ich z.B. morgens Yoga mache oder mit meinem Hund im Wald unterwegs bin, habe ich manchmal coole Ideen für einen neuen Blog-Artikel. Die diktiere ich mir dann ins Handy. Ist das dann privat oder schon Arbeit? Wahrscheinlich hängt diese Überschneidung auch mit meinem Beruf zusammen. Ich habe eine seltsame Berufsbeschreibung: Ich helfe Unternehmern und Führungskräften dabei, mehr Klarheit zu finden für mehr Gelassenheit und Erfüllung im Leben, Business und Beruf. Um das glaubwürdig und effektiv tun zu können, ist es notwendig, dass ich selbst klar im Kopf bin und mich leicht und erfüllt fühle. Insofern gehören Yoga- und Waldspaziergang irgendwie schon zum Arbeitsalltag dazu. Ziemlich cool, wenn ich so drüber nachdenke. : ) OK. Genug gelabert. Hier mein grober Tagesablauf: vormittags, wenn mein Brain noch frisch ist, schreibe ich meistens: Posts für Social Media, Inhalte für meine Coaching-Programme, Buchprojekte oder Texte für Audios, die ich für meine Klienten und Newsletter-Abonnenten aufnehme. Nachmittags finden dann in der Regel die Coachings mit meinen Klienten und Klientinnen statt. Abends leite in größeren Abständen Gruppencoachings. Ich liebe es, mich weiterzuentwickeln und das Inside-out-Verständnis, von dem aus ich coache, zu vertiefen. Deshalb bin ich mit anderen Coaches in einer MasterMind und fortlaufend in Weiterbildungsprogrammen.

Alumni-Netzwerk: Gibt es eine Anekdote aus der Schulzeit oder aus der Zeit in Bad Kissingen, die du mit uns teilen willst?

Regina Kleinhenz: Ooo… da gibt es so viele! Wir haben so viel Blödsinn gemacht. Die meisten meiner Clique waren – wie ich – große Helge-Schneider-Fans. Im Unterricht haben wir oft die Szenen aus seinen Filmen nachgezeichnet und die Sprechblasen mit den Helge-typisch-absurden Dialogen gefüllt. Einige von diesen Zeichnungen haben ich heute noch. Oder einmal in Französisch hat Frau Pfister kurz das Sprachlabor verlassen. Die Tür ging zu, ich stand aus einem Impuls heraus auf und sang laut und fröhlich in den Raum hinein: "Babe, babe falling in love…" und mindestens 5 Leute stimmten singenderweise mit "I'm falling in love again…" mit ein. Das war großartig!.

Alumni-Netzwerk: Was war das Beste, das dir im (Berufs-)Leben widerfahren ist?

Regina Kleinhenz: Herauszufinden, was ich kann und wer ich im Kern wirklich bin. Das wusste ich lange nicht.

Alumni-Netzwerk: Was würdest du heutigen Schulabgängerinnen und Schulabgängern raten?

Regina Kleinhenz: Ich hab's nicht so mit Ratschlägen, weil ich nicht weiß, was für andere das Beste ist. Für die junge, unsichere Person, die ich damals war, wären folgende Weisheiten sicherlich hilfreich gewesen:

  • Du bist absolut OK so, wie du bist. Mit dir ist nichts falsch. Mit dir ist alles in Ordnung. Du musst dich vor niemandem rechtfertigen oder beweisen.
  • Du kannst deiner inneren Stimme vertrauen. Egal, was andere denken oder sagen.
  • Du brauchst dich nicht mit anderen zu vergleichen. Dein Weg ist einzigartig und genau richtig für dich.
  • Das Leben funktioniert anders, als du es bisher dachtest. Wenn du erkennst, wie es wirklich funktioniert, wird alles leichter und lebendiger.
  • Du kannst dich entspannen und darauf vertrauen, dass das Leben wunderbare Dinge für dich bereithält.

Alumni-Netzwerk: Wie könnten Voraussetzungen aussehen, unter denen Du nach Bad Kissingen zurückkehren würdest?

Regina Kleinhenz: Ich fange erstmal bei mir selber an. : ) Meine Kindheit und Jugend waren nicht einfach und das habe ich lange Zeit mit Bad Kissingen verknüpft. Heute bin ich im Frieden mit dem, was war und – siehe da! – mir gefällt die Entwicklung, die Bad Kissingen gerade macht. : )  Zumindest das, was ich über Social Media mitbekomme. Dazu trägst du, liebe Stefanie natürlich maßgeblich bei. Ich finde die Alumni-Idee ganz wunderbar und ich mag die authentische und leichte Art, mit der du dafür sorgst, dass wir alle in Kontakt bleiben bzw. wieder in Kontakt kommen. Herzlichen Dank, dass du mich zum Interview eingeladen hast!

Alumni-Netzwerk: Hast du eine Botschaft oder einen Gruß an die anderen Bad Kissinger Alumni und an Bad Kissingen?

Regina Kleinhenz: "What you're looking for is in the most hidden place… right under your nose.", Sydney Banks. Herzliche Grüße an alle daheimgebliebenen, weggezogenen und zurückgekehrten Alumni!

Alumni-Netzwerk: Vielen Dank für dein Interview und alles Gute.