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HERMANN HOLLÄNDER (1878 - 1938), Kurzwarenhändler, Maxstraße 24

Hermann Holländer wurde am 6. März 1878 in Gleicherwiesen, Landkreis Hildburghausen geboren. Im August 1903 heiratete er die Kissingerin Nanette, genannt „Nanny“ Stern, und lebte von diesem Zeitpunkt an in der Maxstraße 23a (heute 24) in Bad Kissingen. Die beiden hatten zwei Söhne: Manfred, geboren 1905, und Sanibert, geboren 1906. Gemeinsam mit der Familie Stern führten sie ein Kurzwarengeschäft, daneben vermieteten sie Zimmer an Kurgäste. Darüber hinaus betrieb Hermann Holländer noch eine Autovermietung mit mehreren Fahrzeugen. Ab Juni 1933 war er auch als Handelsvertreter tätig.
 

Im Zuge der Verwüstungen in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 zündete ein Trupp Bad Kissinger SA-Männer seine aus Holz gebaute Autohalle an, die darauf hin zusammen mit den beiden dort abgestellten Mietwagen völlig ausbrannte. Bei dem Versuch, seine Garage zu löschen, erlitt Hermann Holländer einen schweren Zusammenbruch. Ungeachtet seiner schlechten gesundheitlichen Verfassung wurde er noch in der Nacht zusammen mit 27 weiteren Kissinger Juden in „Schutzhaft“ genommen und in das Amtsgerichtsgefängnis gebracht. Als sich sein Zustand immer weiter verschlechterte, wurde er am 10. November in die Klinik Katzenberger eingeliefert. Dort diagnostizierte man einen Dünndarmriss mit ausgebreiteter Bauchfellentzündung. Das akute Krankheitsgeschehen muss im Zusammenhang mit menschenverachtenden Aktionen der Reichspogromnacht gesehen werden. Die durchgeführte Notoperation konnte das Leben von Hermann Holländer nicht mehr retten. Er verstarb am 12. November 1938. Da alle männlichen Mitglieder der jüdischen Gemeinde inhaftiert waren, musste er von jüdischen Frauen beigesetzt werden.


Stolperstein-Pate: Lothar Gärtner
Text: Barbara Thiele

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