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SIEGFRIED KISSINGER (1876 - 1942?), kaufm. Angestellter, Hemmerichstraße 8

Siegfried Kissinger wurde am 21. Dezember 1876 in Bad Kissingen als zweites Kind des Kaufmanns Karl Koppel Kissinger und seiner Ehefrau Jeanette, geborene May aus Waldorf bei Meiningen, geboren. Zunächst lebte er mit seiner Familie in der Kirchgasse 11, später in der heutigen Hemmerichstraße 8. Über sein Leben in Bad Kissingen ist kaum etwas bekannt.
 

Während des Ersten Weltkriegs wurde er im August 1915 mit fast 39 Jahren eingezogen. Bis zu seiner Entlassung als Gefreiter im Dezember 1918 diente er in verschiedenen Regimentern mit Stammsitz in Würzburg, Offenbach und Landau. Wegen seines Alters wurde er wahrscheinlich nicht direkt an der Front eingesetzt, sondern in seinen Heimatbataillonen. Nach den Angaben in seiner Militärakte war Siegfried Kissinger etwa 1,60 Meter groß, untersetzt und trug eine Brille. Von seinen Vorgesetzten wurde seine Führung immer mit „sehr gut“ bezeichnet.

Kurz nach seiner Rückkehr aus dem Krieg starb sein Vater. Nachdem auch die Mutter im November 1920 verstorben war, lebte der unverheiratete Siegfried Kissinger nur noch wenige Jahre zusammen mit seiner Schwester Emma im Elternhaus in Bad Kissingen. Im März 1923 zog er nach Nürnberg, wo er eine gut bezahlte Anstellung im jüdischen Kaufhaus Tietz fand. In Nürnberg lebte nicht nur seine Schwester Else, sondern auch weitere aus Kissingen stammende Verwandte.

Seine ledige Schwester Emma zog im März 1938 aus Bad Kissingen zu ihm nach Nürnberg und führte ihm den Haushalt. Beide zogen in kurzer Zeit mehrfach um und lebten nach der Pogromnacht ab November 1938 gemeinsam mit ihrer Schwester Else in der Blumenstraße 11.

Im Frühjahr 1942 mussten Siegfried und Emma Kissinger die Verhaftung und Deportation ihrer Schwester Else miterleben, bevor sie selbst am 10. September des Jahres nach Theresienstadt deportiert wurden. Von dort wurden beide am 29. September 1942 mit dem Transport Bs in das Vernichtungslager Treblinka gebracht und dort ermordet.

Stolperstein-Paten: Elisabeth und Andrea Wolf 
Text: Marlies Walter
Bild: Stadtarchiv Nürnberg, C21/VII Nr.488

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